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Jürgen Penert – Abenteuer Hawaii 2017

Jürgen Penert – Abenteuer Hawaii 2017

Ironman Hawaii 2017.

Nachdem ich mich im August beim Ironman Copenhagen für Hawaii qualifizierte wurde ein langersehnter Traum war. Also schnell zurück nach Hause gefahren, schnell gebucht, schnell gepackt und schnell nach Hawaii geflogen. Die Anreise von Zürich über San Francisco nach Kona war erträglich und so kamen wir, d.h. meine Frau Petra (Teamchefin) und ich (Athlet) am 4.10. um 22:00 in unserem Hotel in Kona an.

Jeder der schon mal auf Hawaii wird es bestätigen können. Alles ist anders als beschrieben. Das Wasser ist noch klarer, die Luft noch wärmer, der Wind noch heftiger, die Palani Road noch steiler, es ist noch teuer, und … es gibt Bier auf Hawaii!!!

Also bleiben noch 10 Tage, um sich zu akklimatisieren. Morgens Schwimmen am Dig Me Beach, Tagsüber das Rad und Teile der Wettkampfstrecke testen und das bunte Treiben beim Laufen auf dem Alii Drive genießen. Das Laufen ist wirklich was Besonderes. Hier rennen vom morgens um 6 bis abends um 18:00 ununterbrochen Athleten mit freiem Oberkörper mit einem gefühlten 3:45 Schnitt die Straße lang. Und alle sind so durchtrainiert (Körperfettanteil kleiner 4%), dass man sich bei einer Körpergröße von 172 und einem Gewicht von 61kg fett vorkommt. Abends um 20:00 ist dann absolute Ruhe, da sind alle kaputt und im Bett.

So gehen die Tage dahin, am Freitag wird das Rad und die Wechselbeutel eingecheckt und dann ist er da, der langersehnte Samstag. Um 5 Uhr auf zur Wechselzone, Bodymarking, Wiegen und im Dunkeln das Rad aufpumpen. Vom Veranstalter gibt es überall Pumpen, super. Diese zeigen aber nur PSI an. Hmm, wieviel PSI sind 8 bar? Nach besten Wissen und Gewissen ca. 120 PSI in die Reifen und ab zum eincremen. Die Nervosität steigt immer mehr und da treffe ich noch Axel vom KTeV. Ich kenne ihn zwar nicht, erkenne ihn aber an der Teamkleidung. Er kennt mich auch nicht und kann mich auch nicht als Vereinsmitglied erkennen, da ich leider immer noch keine Teamkleidung besitze. Ich wohne am Bodensee und es war mir bisher nicht möglich zu den Anprobe-Terminen zu kommen. Vielleicht nächstes Jahr. Kurzer Plausch, viel Erfolg wünschen und dann wie die Lemming mit hellblauen Badekappen ab ins Wasser.

Ich entscheide mich für die Linke Seite an der Startlinie was sich auch als gut erweist. Wider Erwarten ist das Schwimmen wirklich relaxed. Keinerlei Keilerei am Start oder an den Wendebojen, und so komme ich nach einem leichten ‘Verschwimmer‘ kurz vor Schluss nach 1:10 entspannt aus dem Wasser.

Im Wasser gab es zwar keine Keilerei, dafür aber im Wechselzelt. Unter ständigem Geschubse umziehen und ab auf Rad. Das läuft am Anfang nicht so prickelnd da mir die linke Hüfte und der linke A…. schmerzt. Die Schmerzen verschwinden zwar später aber damit es nicht zu einfach wird hat es jetzt Wind der einen aus dem Hemd bläst. Der Anstieg nach Hawi – im Fernsehen schaut das immer so easy aus wie die da hochfahren – macht es auch nicht leichter. So quält man sich zum Wendepunkt und wieder zurück nach Kona und erreicht nach etwas Enttäuschenden 5:48 die T2. Was ich allerdings noch bemerken muss, es wurde weitestgehend fair gefahren. Die Pulks vor denen ich immer gewarnt wurde kann ich nicht bestätigen. Und die Jungs und Mädels, die offensichtlich gelutscht haben, hat man dann im Penaltyzelt stehen sehen.

Ab ins Wechselzelt umziehen, diesmal ohne Schubserei, Schuhe geschnürt und ab geht’s. Läuft sich gut an aber nach einem Kilometer der erste Stop, der linke Schnürsenkel ist offen. Unter Murren schnüren und dann weiter. Nach Kilometer 2 der nächste Stop, der rechte Schnürsenkel ist offen. Unter lautem Fluchen schnüren und dann weiter. Die letzten 40km bleiben sie zu.
Nun ist das ja wirklich heiß auf Hawaii und man folgt dem Rat, sich laufen mit Wasser zu übergießen. Das hilft den Köper zu kühlen, aber langsam wird einem auch klar warum die Triathlon Laufschuhe früher immer Drainagelöcher in der Sohle hatten. Nein, nicht zum Sammeln von Kieselsteinen auf den heimischen Waldweg, sondern das das Wasser, was sich immer mehr im Schuh sammelt, ablaufen kann. Meine Schuhe haben keine Löcher in der Sohle und deshalb schwappt es im Schuh als hätte man übervolle Gummistiefel an.
Bei Km14 sehe ich dann das KTeV Outfit vor mir. Kurzer Plausch mit Axel und dann weiter. Palani Road hoch, links abbiegen auf den Queen K. Highway. Am Hannes Zelt steht die Teamchefin und feuert an, was echt guttut. Weiter den Highway entlang Richtung Energy Lab. Der Respekt davor ist groß, die Anstrengung jedoch weniger und es ist mal nicht so schlimm wie erwartet. Schwierig wird es dafür den Highway zurück nach Kona, die wellige Straße fordert ihren Tribut. Das Ziel ist immer noch Daylight Finish. Zurück am Hannes Zelt, die Teamchefin ist leider nicht mehr da, und dann die Palani Road runter. Noch ein kleiner Schlenker durch Kona und ab auf die Zielgerade auf dem Alii Drive. Hier fliegt die Kuh und die Stimmung ist riesig. Alle jubeln, die Teamchefin steht auch am Rand und jubelt, und da ist sie, die Ziellinie. ’Juergen, you are an Ironman‘ ruft Mike Reilly in Mikrophon. Endzeit 11:14, mit dem allerletzten Tageslicht ins Ziel gelaufen, und 32 von 134 in der AK55.

Was bleibt sind unglaubliche Erinnerungen, eine durchwegs zufriedene Teamchefin und ein zufriedener Athlet, ein nicht unerhebliches Loch im Bankkonto, und der Wunsch nochmal teilnehmen zu können. Und so läuft auch schon die Saisonplanung 2018. Vielleicht sieht man sich ja beim 70.3 Rapperswil oder beim IM Vichy.

Aloha vom Bodensee
Juergen

Chris Kühne

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